Rundbrief

Moin, Moin!

Im folgenden ein grosser Ausschnitt aus unserem aktuellen Rundbrief:

Shalom Miteinander!
Unser letzter Rundbrief von Januar 2011 enthielt folgende Zeile:
“ Und dann geht es Magdalena nicht so gut. Sie ist zur Zeit einfach ausgepowert und entmutigt.“

Inzwischen ist viel Wasser die Elbe runtergeflossen und wir hatten familiär und beruflich herausfordernde, enttäuschende und beflügelnde Erlebnisse.

Magdalena war bisher in zwei psychiatrischen Kliniken. Zuletzt in der Hohen Mark von Dezember 2011 bis Februar 2012. Danach hatten wir wirklich ein wunderschönes halbes Jahr. Während des Klinikaufenthaltes hatten wir unseren 20. Hochzeitstag. Wir haben uns in der Kapelle der Hohen Mark nach 20 Jahren Ehe noch einmal bewusst segnen lassen. Am Endes ihres Aufenthaltes in der Klinik Hohe Mark hatte Magdalena eine Krankheitseinsicht bzw. auch die Bereitschaft Tabletten zu nehmen, wenn es ihr schlechter geht. Anfang August letzten Jahres bekam sie einen Rückfall und seitdem warten wir auf einen erneuten Klinikaufenhalt. Wir versuchen ihr zu vermitteln, dass ein Rückfall kein Beinbruch ist und dass es medizinsch therapeutische Hilfen gibt. Ich selber bin mit meinen Kräften am Ende und habe teilweise keine Hoffnung mehr, dass ein Aufenthalt noch etwas bewirkt, aber es ist wie eine letzte Chance. Die Krankheit zerstört unsere familiäre Beziehung. Ich glaube, dass Magdalena auch sicherlich Menschen eine Hilfe ist, wenn sie im Umfeld Traktate verteilt. Manfred Siebald singt: „jeder Mensch kann tragen, wenn er sich von Jesus tragen lässt.“ Und es geht auch nicht drum, selbst ohne Fehler zu sein. Ich bin auf die Gnade, Barmherzigkeit und Erlösung Jesu angewiesen. Und es braucht wirklich Heilung und Veränderung in unserer Situation, denn es kommt immer wieder zu belastenden Auseinandersetzungen, wenn Magdalena z.B. seit einem Jahr sagt, dass sie nach dem letzten Klinikaufenthalt nicht mehr nach Hause hätte kommen sollen oder uns als Familie vorwirft, dass wir mit Magie und Zauberei arbeiten (wie die meisten Gemeinden in Deutschland), um nur einmal ein paar Beispiele zu geben.
Das ist schon ziemlich frustrierend zu wissen, dass es medizinsch therapeutische Hilfe gibt, aber Magdalena diese Hilfen ablehnt (Psychotherapie, Medikamente, Klinik). Seit einem Jahr hat sie sich ins Gästezimmer zurückgezogen und lebt manchmal mit und eher neben der Familie. Nach einem langen Prozess, wo sie eine Überweisung für die Klinik Hohe Mark hatte und auf der Warteliste stand hat sie jetzt eine Aufnahme abgelehnt. Weiterer Ausgang ungewiss.

Die Schülerarbeit unseres Vereins ist im Umbruch begriffen, da das Haus in welchem wir die Arbeit gemacht haben verkauft worden ist. Wir hätten es zwar auch kaufen können, aber es war uns aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Auch wenn sich die Örtlichkeiten ändern, so bleibt doch die Arbeit und unsere Berufung bestehen. Eins bleibt und das ist die Arbeit mit den Schülern. Eine Begebenheit, die uns sehr ermutigt hat hatten wir gegen Ende des letzten Schuljahres erlebt.
Einem neuen Schüler bietet Johannes etwas zu essen an. Dieser sagt dann, dass er von Fremden nichts annehmen darf. Ein anderer Schüler sagt dann: „Aber das sind doch keine Fremden. Das sind Freunde.“
Und ab diesem Jahr können wir an der Oberschule ein Ganzstagsangebot starten. Vor vier Jahren gab es keine Möglichkeit für uns irgend etwas anzubieten. Und dieses Jahr sind wir gefragt worden, ob wir etwas anbieten wollen. Wer mehr erfahren möchte kann auch gerne unseren Vereinsrundbrief lesen (www.terebinthia.de) oder uns auch auf Facebook besuchen.

Was bleibt in so schwierigen Situationen?
Im Januar war ich soweit, dass ich gesagt habe: Ich gebe auf. Ich ziehe aus. Ich bewarb mich im theologischen Bereich als pastoraler Mitarbeiter. Selbst da habe ich antworten bekommen: ‚Wir können sie nicht nehmen, da sie sich durch die Krankheit ihrer Frau ja nicht voll in die Gemeindearbeit einbringen können.‘ Unsere finanzielle Situation ist belastend, so dass ich jetzt noch einen Nebenjob in einem Discounter angenommen habe, um noch etwas dazuzuverdienen. In den letzten 2 1/2 Jahren hatten wir Hartz IV beantragt und hoffen jetzt durch die Rente von Magdalena dort rauszukommen und Wohngeld beantragen zu können. Da ich letztes Jahr zuviel verdient habe muss ich jetzt noch über 1000,- € zurückzahlen. Dann hatte unser Auto dieses Jahr mehrere Reperaturen von über 1500,- €. Das Jobcenter sagte dann, dass unsere Wohnung für uns zu groß ist. Das mag aufgrund der Hartz IV Bestimmungen ja auch bestimmen. Aber uns wollte ich in dieser Situation kein Umzug zumuten, dass kann in drei Jahren, wenn Joschua die 10. Klasse, Rachel ihr Gymnasium und Raphael seine Ausbildung beendet hat auch wieder anders sein. Für uns ist der Ort wo wir wohnen Heimat und Geborgenheit und bietet uns Erholung und Zuflucht in stürmischen Zeiten. Danke an alle, die uns finanziell in dieser Situation geholfen haben. Gott segne Euch!

Neben all den Problemen und Schwierigkeiten können wir uns zwischendurch auch am Leben freuen, wenn wir am Lagerfeuer sitzen und erzählen. Und es ist einfach herrlich mit dem Hund durch die Natur zu spazieren und die Blumen am Feldrand zu entdecken oder den herrlichen Duft der Robinien einzuatmen. Oder wir bekamen letztes und dieses Jahr eine Woche in einem Ferienhaus an der Ostsee geschenkt, was für uns natürlich großartig war.

Durch Freunde war es möglich nach langer Zeit mal wieder auf das Freakstock zu fahren. Für Rachel, Joschua und mich waren dies geistlich ermutigende Tage. Rachel und ich haben auch Kunst ausgestellt und wirklich viel positives Feedback bekommen. Ihr könnt dazu mehr auf meinem Blog nachlesen.

Zum Schluß meiner Zeilen noch ein Terminhinweis: Am 13. Oktober bin ich in Altenhaßlau und in Langenselbold zum Predigen. Wer möchte kann gerne einschauen.

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Über menuchaprojekt

Landschaftsgärtner - Theologe - Künstler Die Kunst im Dschungel des Alltags zu überleben.
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Eine Antwort zu Rundbrief

  1. menuchaprojekt schreibt:

    Ich habe es mal geschafft den Brief auf zwei Seiten zu veröffentlichen. Manches ist dadurch zu kurz gekommen. Z.B. hatten wir in den letzten Jahren ziemliche Probleme mit unseren Autos. Im Jahrestakt sind diese kaputt gegangen. Und gerade letztes Jahr haben uns Freunde geholfen, dass wir uns ein neues Auto kaufen konnten. Das ist einfach genial. Und so könnte ich weitere Dinge aufzählen.

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